Anthony Noll's Blog Nummer Elf

Anthony Noll's Blog Nummer Elf

Über den Blog

Hier geht es um alles,
was die Abenteuer des kleinen Zauberers betrifft.
Im Hier und natürlich vor allem: im Drüben!
Eine Seite für seine Freunde und die, die es vielleicht irgendwann werden.

www.Anthony-Noll.de
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Seite des Autors: http://www.francislinz.com/


Dankbar

2015Posted by Francis Linz Wed, May 27, 2015 08:55:32

Vorab zu den Fortschritten mit dem fünften Band. Sie sind noch nicht groß, aber wichtiger, ich merke wie langsam das Fieber kommt. Dieses seltsame Planen mit der Ressource Zeit. Was kann verschoben werden, nur damit mehr davon für das Schreiben zur Verfügung steht. Noch ist es noch nicht so weit, dass ich denke: „Hunger? Verdammt, warum muss das jetzt schon wieder sein!“, könnte aber demnächst passieren. Mal sehen.

So, und jetzt muss ich noch ein paar Worte schreiben, zu dem Thema, das ich bereits angeschnitten habe: Was habe ich alles falsch gemacht, obwohl ich das nicht habe.

(Das, obwohl ich das nicht habe, bezieht sich darauf: Ist Anthony für mich doch zu 100% stimmig, so wie er ist. Abgesehen davon, dass ein professionelles Lektorat und auch Korrektorat keinem Buch schadet. Und wenn je 10 Koryphäen ihren Blick darüber schweifen lassen würden, ich wäre hocherfreut. Zum Glück kann man es trotz dieser Schwäche lesen ;-)

Aber warum ist das so? Warum kann man es lesen? Und damit komme ich dazu, wie ich das mit einem guten Buch sehe. Denn es geht immer um das, was dahinter steckt. Die Botschaft hinter der Botschaft. (Oder auch die Seele.) Und die kann man nur in einem guten Buch finden, egal welches Genre. Oder um es anders auszudrücken, wenn man vor einem Bild im Museum länger verweilt, dann nicht, weil die Blumen so schön und genau gemalt sind, (ein Foto ist da immer tausendmal exakter), sondern weil es etwas in einem bewegt. Und Anthony tut das. Wenn auch nicht bei jedem. Was aber nichts darüber aussagt, dass die, die Botschaft hinter der Botschaft sehen, bessere Menschen sind, nein, sie sind nur anders. Oder um wieder in der Bildsprache zurückzukehren, der eine verweilt vor einem van Gogh Stunden, der andere vor einem Francis Bacon.

Falsch gemacht habe ich es insofern also nur, wenn man den rein wirtschaftlichen Faktor sieht. Denn ein Freund von Anthony hat mir geschrieben, wenn er das erste Buch des zweiten Bandes zuerst gelesen hätte, („wenn kleine Roboter verreisen“), dann wäre er nie in die Anthony Welt eingetaucht, weil ihm das fehlt, was seiner Meinung nach Anthony ausmacht. Zum Glück wurde er dann im zweiten Buch des zweiten Bandes, („wenn kleine Roboter ihre Eltern verlieren“), wieder fündig. Was ich als Kritik verstehe, und doch auch nicht. Denn in der Tat, viele werden enttäuscht sein, weil „das Geheimnis der Nummer Elf“, sich nicht als eine Wiederholung des „goldenen Zeigefingers“ erweist. Schon vom Aufbau her. Und es somit von der Prämisse: Wie schreibe ich einen Blockbuster, und am Besten, gleich fünf Mal hintereinander, weit abrückt. (Was heißt, ich werde einige Leser verlieren, vielleicht sogar die Hälfte.) Doch ist meiner Meinung nach auch hier das enthalten, was ich die Botschaft hinter der Botschaft nenne. Nicht so strahlend wie beim „goldenen Zeigefinger“, das nicht, nichtsdestotrotz da, still und mit Leben erfüllt. Wie in allen weiteren Bänden auch, sonst gäbe es ja keine Freunde von Anthony, die bis jetzt seinen Abenteuern gefolgt sind und die somit den fünften ungeduldig erwarten.

Warum aber habe ich das gemacht? Nun vielleicht auch aus Eitelkeit heraus, wollte ich doch nicht einen Band wie den anderen schreiben, wie so viele andere Kollegen. Denn wer weiß, ob man denen solch ein Experiment verziehen hätte. Außerdem kann ich mir das leisten, (nicht finanziell, ich bin noch immer schrecklich arm, obwohl ich ein so berühmter und erfolgreicher Schriftsteller bin), sondern weil kein Verlag mir das befiehlt. Noch können Anthony und ich in Ruhe vor uns hintritscheln. Und wie es aussieht bis zum Schluss. Und das ist gut so.

Und jetzt noch ein kurzes Statement dazu, wie ich das mit guter Literatur sehe. Mir hat nämlich gerade jemand geschrieben, Anthony sei grundsolide gemacht, aber nun einmal nicht das, was für Ihn die Elefanten fliegen lässt. Wobei ich mich aber über das grundsolide riesig freue, denn dafür dass das professionelle Lektorat und Korrektorat nicht vorhanden war, ist das ein prima Lob. Zumal, wenn man so andere „Indie-Bücher betrachtet. Das kann man nämlich vielleicht nur 2o% so zusprechen. (Und das zu sagen, muss mir erlaubt sein, nenne ich ja keine Namen.) Allerdings muss man bei einigen, die das sind, nämlich grundsolide, auch wieder Abstriche machen. Denn vielen merkt man an, dass sie am Reißbrett entworfen wurden. Das Handwerkliche stimmt, aber sie sind kalt. Da gibt es keine Botschaft hinter der Botschaft. (Was aber auch viele Werke zutrifft, die bei renommierten Verlagen erschienen sind.) Und das darf gute Literatur nicht sein, kalt. Und wenn ich ehrlich bin, ich lese lieber etwas, was vor Rechtschreibfehlern strotz und lebt, als das.

Wie aber kommt man dazu, eine Botschaft hinter die Botschaft zu legen? Und auch das weiß ich nicht. (Warum auch, kein Maler weiß das, kein Bildhauer, kein Künstler. Es passiert einfach so. Und wer das Gegenteil behauptet, der ist ein Narr.) Bin nur froh und dankbar, dass es bei Anthony so ist. Das und nicht stolz. Denn stolz kann man nur darauf sein, was man sich erarbeitet hat, wie zum Beispiel das eben genannte: Grundsolide. (Denn es war in der Tat ein harter Weg, sich dieses Lob zu verdienen, denn nur mit dem Schreiben kommt das Schreiben.)

Ja, froh und vor allem dankbar, denn es ist ein Geschenk der Götter. Nicht zu erwerben in dem Kurs: Wie schreibe ich einen Bestseller. Falls mir der mit Anthony dann irgendwie doch noch irgendwann gelingen sollte, bitte ich das also zu entschuldigen ;-)

Grüße auch von den anderen