Anthony Noll's Blog Nummer Elf

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Hier geht es um alles,
was die Abenteuer des kleinen Zauberers betrifft.
Im Hier und natürlich vor allem: im Drüben!
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Günther Grass

2015Posted by Francis Linz Thu, April 16, 2015 09:37:11

Günther Grass

Günther Grass ist tot. Das ist schade, auch wenn mein Freund Knoll wohl wieder sagen wird: Gott sei Dank!

(Was aber wieder nicht despektierlich gemeint ist, gar böse oder persönlich, sondern nur dem Umstand geschuldet, dass, wenn seine Angst vor dem Wort: Philosophie, schon enorm zu nennen ist, seine Angst vor dem Wort: Wortgewaltig, geradezu in die Wolken steigen will, nur um sich dort vor den Blicken der Welt zu verstecken. Denn Wortgewaltig, das war Günther Grass. So sagen es die Kritiker. Und wir anderen verbeugen uns.)

Was aber hat das mit Anthony zu tun? Das ist doch eine ganz andere Ecke von Literatur.

Nun, das stimmt. Und dennoch gibt es einen Zusammenhang. Der, weil nur sehr schwer zu erkennen, erklärt werden muss. Denn mit den nun eintrudelnden Bewertungen kristallisiert sich ein Kritikpunkt immer mehr heraus. Es wird nämlich gesagt: Es gab Abschnitte, die noch einmal gelesen werden mussten, da sie auf den ersten Zuruf nicht verständlich waren.

(Was etwas ist, das ich mir eigentlich zu Herzen nehmen sollte, denn das größte Verbrechen des Autor ist es, wenn er so schreibt, dass man ihn nicht versteht. Was ich aber nicht tue, zumindest nicht zu hundert Prozent, denn das wird ja nicht behauptet. Es wird vielmehr gesagt, der Autor hätte so eine eigene Art zu schreiben, die eben nicht auf die Sympathie des Kritikers treffe. Und das ist nicht das Gleiche. Kurzum: Geschmacksache.

Was natürlich dem Kritiker völlige Freiheit lässt, so viele Punkte wie er will, für dieses Vergehen abzuzielen, ohne dass man ihm deswegen unfaires Verhalten bescheinigen sollte. (Und schon gar nicht ich. Denn was ich persönlich mit nur einem Punkt bewerte, wegen innerer Widerstände, worunter zig Werke von Literatur-Nobelpreisträgern zu finden sind, das will an dieser Stelle gar nicht genannt werden.))

So, und nun endlich zu dem Zusammenhang, denn die Frage, die sich mir stellt, ist die: würden diese Kritiker es schaffen, die Blechtrommel in einem Rutsch lesen, ohne einige Abschnitte noch einmal lesen zu müssen, da sie auf den ersten Zuruf nicht verständlich waren?

(Eine Frage, die bitte nicht als verletzte Eitelkeit aufgefasst werden soll, sondern als eine, die mich umtreibt aus ganz objektiven Gründen. Versuche ich doch zu verstehen, warum Anthony nicht Nummer Eins der Bestsellerliste werden kann. Denn dass ich persönlich finde, dass er immer 5 Punkt verdient hat, ist schon darum verständlich, weil sonst hätte ich ihn nicht geschrieben.)

Nicht dass ich mich mit Günther Grass vergleiche oder Anthony mit der Blechtrommel, schon deswegen nicht, weil die Blechtrommel für mich ein Kopfbuch ist und Anthony die Herzen ansprechen soll, aber ist mein Unglück nicht dieses, dass ich damit zwischen den Stühlen sitze? Denn was dem einen als Wortgewaltig ausgelegt wird, das ist mein Untergang. Bäcker bleib bei deinen Brötchen.

Kurzum: Im Gegensatz zu mir wissen die anderen, was sie tun. Oder was hätte die Welt dazu gesagt, wenn Günther Grass versucht hätte, einen Harry Potter zu schreiben, oder eine Frau Rowling die Blechtrommel? Ich bin mir sicher: Es hätte Proteste geregnet, schlimmer stinkend als Pech und Schwefel. Und es hätte keinen Nobelpreis gegeben und auf der anderen Seite keine Mörderkohle.

Und somit ist eines klar, ich habe viel falsch gemacht. (In meinem nächsten Post werde ich darauf eingehen, was noch so alles. Und das bei vollem Bewusstsein und als Herr meiner Sinne.) Und die Freunde von Anthony werden immer nur wenige sein. (Was ein wenig schade ist, ein wenig mehr Einnahmen wären auch für mich nicht schlecht, denn ich könnte mal so einen richtigen Urlaub vertragen. Der Nobelpreis hingegen ist mir relativ egal. Vom Preisgeld einmal abgesehen ;-)) Aber ich kann da nicht aus meiner Haut. Für mich ist es stimmig, so wie es ist.